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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 305 mal aufgerufen
 Gefahren im Leben
Summilie Offline

Admin


Beiträge: 3.418

26.06.2005 01:44
Das Zeitloch und der Kater antworten

Das Zeitloch und der Kater

Wenn ich es recht bedenke, habe ich noch Glück gehabt. Vielleicht hätte es schlimmer kommen können. Von meinem Auto einmal abgesehen haben alle Beteiligten die seltsamen Ereignisse in den Nächten vom Freitag zum Sonnabend und vom Sonnabend zum Sonntag ohne Dauerfolgen gut überstanden, sieht man auch davon ab, daß sich mein Verhältnis zu Katzen erheblich verändert hat.

Mein Kumpel Bert hatte mich eingeladen. Und ganz ohne Alkohol geht so eine Einladung nie vonstatten. Bert meinte: „Du hast doch sowieso nichts zu tun. Und wo du wieder ‘mal glücklich geschieden bist, stirbst du eh an Langeweile.“ Das mit dem „wieder ‘mal“ hätte der sich ruhig sparen können. Sowas find’ ich taktlos. Ansonsten hatte er nicht unrecht. Also, ich hin zu meinem Kumpel Bert. Wir kennen uns schon ziemlich lange. Gleich nach der Lehre lernten wir uns kennen. Tut aber nichts zu Sache. Die Fahrt am Freitag Abend verlief ohne Komplikationen. Der Abend wurde recht gemütlich. Zwar tranken wir ein paar Gläschen Wein, in Alkoholmißbrauch artete dieses Treffen aber nicht aus. Keine alkoholischen Exzesse mehr! Das hatten wir uns geschworen. Und wir hielten uns tatsächlich d’ran. Ehrlich.

Sicherlich war es unklug mit dem Wagen nach Hause zu fahren. Aber wahrhaft betrunken war ich nicht. „Laß doch die Karre steh’n und übernachte hier.“ Der blöde Kerl hatte wahrhaftig und tatsächlich „Karre“ gesagt. Ich sah es ihm großmütig nach. Noch nicht einmal 15 Jahre alt war das gute Stück und verkehrssicher war es obendrein. Bei einem Schönheitswettbewerb hätte mein Wagen zwar kaum Chancen gehabt auf einem der ersten 10000 Plätze zu landen, was mich aber nicht weiter störte.

„Sie dich doch ‘mal im Spiegel an!“ riet ich ihm, aber Bert grinste nur dämlich. Ich hatte gute Laune und keine Lust, mit ihm zu streiten.

Vielleicht wäre mir einiges erspart geblieben, hätte ich dem Rat meines Freundes Folge geleistet. Ich hatte aber nicht. Und so fuhr ich frühmorgens - so ungefähr um drei muß es gewesen sein, oder kurz danach - in Richtung Heimat. Die Uhrzeit weiß ich nicht mehr so genau, aber spätestens viertel nach drei bin ich abgefahren. Kaum 100 Kilometer waren zurückzulegen. Keine Hürde. Normalerweise. Diese Nacht aber war alles andere als normal. Das jedoch merkte ich erst später. Es regnete kurze Zeit darauf ziemlich stark. Ich bin die Strecke schon oft gefahren. Eine reichliche Stunde benötige ich. Aber eben nur normalerweise.

Auf dieser Straße ist kaum ‘was los. Und um diese Zeit gleich gar nicht. Der Mond schien anfangs ungewöhnlich hell. Das fiel mir noch auf. Dann setzte der Regen ein. Und so fuhr ich gut gelaunt nach Hause. Ich kannte alle Dörfer auf dem Weg. Und als ich in meinem Dorf ankam, sah ich auf die Uhr. Die mußte wohl stehengeblieben sein. Kaum eine Viertelstunde war demnach vergangen. Vielleicht auch zwanzig Minuten bin ich gefahren. Mehr aber nicht. Mit der Uhr stimmte etwas nicht. Doch auch meine Uhren in der Wohnung zeigten - bis auf unbedeutende Abweichungen - die gleiche Uhrzeit an.

Wir hatten ausgemacht, daß ich Bert anrufen werde, sobald ich zu Hause bin. Das tat ich auch. Es dauerte ziemlich lange, bis der sich meldete.

„Also, ich bin zu Hause, alte Pfeife. Sag ‘mal wie spät hast Du’s eigentlich.?“

„Mann, wo hast du dich nur ‘rumgetrieben. Ist irgendwas passiert? Du hattest doch versprochen, mich sofort anzurufen. Ich telefoniere mich schon dusselig, und keine Sau geht ans Telefon. Langsam habe ich mir Sorgen gemacht. Ehrlich.“

„Was soll denn schon passiert sein? Spinnst du? Oder bist du womöglich wirklich besoffen?“

„Ich nicht. Aber wo hast du die ganze Zeit gesteckt?“

„Welche ,ganze Zeit’ denn? Deine Uhren scheinen vollkommen falsch zu geh’n“

„Wenn irgendwas oder irgendwer hier nicht richtig tickt, dann bist Du’s. In welcher Ecke hast du denn gepennt und deinen Rausch ausgeschlafen? So lange und so fest kann doch kein zivilisierter Mensch schlafen.“

„Mann, es ist doch erst halb vier!“

„Schon, aber weißt du, was für ein Tag heute ist?“

„Na Freitag - Quatsch, Sonnabend früh halb vier.“

„Verarschen kann ich mich auch selber. Natürlich haben wir heute Sonntag.“

„Leck mich doch...“

Damit legte ich den Hörer auf und bereitet mich auf das Schlafengehen vor. Ich vergewisserte mich, daß meine Armbanduhr das richtige Datum anzeigte: es war Sonnabend, der 11. März. Mittlerweile drei Uhr vierzig.

Nur so aus Gewohnheit guckte ich auf meinen Funkwecker. Ich traute meinen Augen nicht. Dieses gottverdammte Ding zeigte tatsächlich den 12. März an. So betrunken war ich nun wirklich nicht. Ich war am Freitag Abend nach Ellerberg zu meinem Kumpel gefahren. Da bin ich mir wirklich sicher. Nun kann man allerdings ebenfalls davon ausgehen, daß Funkuhren einigermaßen genau gehen. Darauf sollte man sich verlassen können.

Mit einem Schlag war ich vollkommen nüchtern. Wenn Bert nicht gesponnen hat und mein Wecker das richtige Datum anzeigt, ist irgendwas faul. Aber was? Ich ging noch ‘mal ‘runter zum Auto. Warum, kann ich nicht genau sagen. Es regnete noch immer. Etwas weniger vielleicht als vorher, aber nach ein paar Minuten war ich völlig naß. - Das Auto aber nicht. Das war trocken, als hätte es keinen Tropfen abbekommen. Überall regnete es. Nur über meinem Auto herrschte Trockenheit. Kein Tropfen kam von oben. Ich berührte das Dach und war richtig erschrocken. Als ob mein heißgeliebtes Autochen stundenlang in der prallen Sonne gestanden hätte, so heiß fühlte es sich an. Von der Sonne weit und breit keine Spur. Erstens war es morgens in der Früh’, fast Nacht noch, und zweitens regnete es ziemlich heftig. Außer über meinem Auto. Ich schloß die Fahrertür auf und setzte mich erst einmal hin. Hier drinnen war es genau so „gemütlich“ wie im Sommer in der Mittagshitze. Ich ließ die Tür offen. Die Beifahrertür öffnete ich ebenfalls. Das war möglicherweise ein Fehler. Ich weiß es nicht mehr. Eventuell war es - im Gegenteil - kein Fehler. Denn irgendwas bewegte sich in der Dunkelheit. Etwas Kleines. Vielleicht eine Katze. Oder ein kleiner Hund etwa.

Es war tatsächlich eine Katze, die in das Auto sprang und es sich auf dem Beifahrersitz gemütlich machte. „Miau“, sagte die Katze und sah mich auffordernd an. „Guten morgen“, sagte ich und betrachtete die nasse Katze etwas näher. „Du willst dich wohl etwas aufwärmen?“ Die Katze nickte, und ich schloß die Beifahrertür. Ich guckte mir das Tier noch einmal näher an. Das blinzelte nur und fing zu schnurren an. „Miau“, sagte der Plüschtiger, der aber momentan nicht gerade plüschig aussah, sondern so aussah, wie eine nasse Katze eben aussieht, wenn sie durch den strömenden Regen spaziert ist. Dann schaute sie erst einmal mir in die Augen und danach auf den Schlüssel in meiner linken Hand. „Was willst du denn?“ fragte ich die Katze. Die guckte nur. „Wollen wir eine Runde fahren?“ Die Katze nickte wieder. Und ich fand das völlig normal.

Inzwischen hatte es sich im Auto auf 30 Grad „abgekühlt“. Ich schloß die Tür und kurbelte das Fenster ‘runter. Dann fuhr ich los. „Und wo soll ich hinfahren, meine Liebe?“ fragte ich die Katze.

„Ich bin ein Kater“, protestierte lautstark das Tier mit etwas piepsiger aber durchdringender Stimme.

„Entschuldige, woher soll ich das denn wissen.“

„Also paß auf“, kommandierte der Kater „Erst einmal fährst du Richtung Erbsenfeld. Dann biegst du nach Kornthal ab. Und dort warten wir. Gleich am Ortseingang hältst du an.“

„Eye, eye Sir.“ Langsam kam mir das alles doch etwas seltsam und halbwegs albern vor. Sehr seltsam, muß ich gestehen. Der Kater aber schien das ziemlich normal zu finden. Ich nicht.

„Und worauf, bitteschön, sollen wir dort warten?“

„Frag’ nicht soviel, sondern mach’ nur, was ich dir sage. Wirst alles noch früh genug erfahren. Hast du nun Probleme mit der Uhrzeit oder ich etwa?“ waren die Worte meines Beifahrers, keine Widerrede duldend.

Ich guckte etwas dumm, fügte mich aber ergeben in mein Schicksal und gehorchte. Woher weiß dieser graue Teufel, welche Probleme ich mit der Zeit und mit dem Datum habe. Ich war ein wenig irritiert und wunderte mich gar sehr.

„Es zieht!“ plärrte das Tier. „Kannst du nicht das Fenster schließen?!“

Ich kam überhaupt nicht auf den Gedanken, nicht zu parieren. Tatsächlich war es schon etwas frisch geworden. Von der anfänglichen Hitze keine Spur mehr. Es regnete immer noch etwas. Nur eine halbe Stunde fuhren wir durch die Gegend. Schon hatten wir das Dorf Kornthal erreicht.

„Noch hundert Meter, und dann fährst du rechts ran.“

Ich tat, wie mir geheißen. Und öffnete zuvorkommend die Beifahrertür.

„Danke.“ Der Kater konnte sogar höflich sein. „In ungefähr zehn Minuten bin ich wieder zurück.
Brauchst keine Angst zu haben, es dauert wirklich nicht lange.“

Ich brauche also keine Angst zu haben. Ist doch beruhigend, zu wissen, daß nichts Schlimmes passieren wird. Als ob nicht - Himmel, Arsch und Wolkenbruch! - nicht schon genug Beunruhigendes geschehen war. Doch folgsam wartete ich auf meinen Kater. Und tatsächlich, nach genau zehn Minuten tauchte der wieder auf.

„Alles in Ordnung. Wir brauchen nur noch zu warten. Oder ein bißchen spazierenzufahren. Wie spät ist es genau?“ fragte er und sah mich durchdringend an.

„Fast viertel nach vier“, war meine Antwort.

„Ich will nicht wissen, wie spät es fast ist. Nach der genauen Uhrzeit habe ich gefragt.“

„Vier Uhr dreizehn.“

„Na also. Warum nicht gleich so.“

„Und worauf sollen wir jetzt warten?“ wagte ich bescheiden zu fragen.

„Na darauf, daß deine Eigenzeit wieder mit der globalen Zeit synchronisiert ist.“

„Mmh...???“ Ich guckte wahrscheinlich ziemlich dümmlich.

„Ist doch ganz einfach! Du bist in eine stinknormale singuläre Raum-Zeit-Anomalie mit selbstinduzierter Inversionssfalle geraten. Als Nebeneffekt entsteht bei sowas immer ein hochfrequentes elektromagnetisches Wellenfeld extremer Energiedichte, wie dieses, welches dein Auto aufgeheizt hat. Wie eine riesige Mikrowelle ungefähr. Hast noch Glück gehabt, daß es dich nicht unmittelbar getroffen hat. Hätte schlimm ausgehen können. Gott sei Dank kommt sowas sehr selten vor.“

„Ach so,“ beeilte ich mich zu antworten „und wie genau funktioniert das alles?“

„Das kann ich dir so auf die Schnelle nicht erklären. Ohne die notwendige mathematische Vorbildung ist das zwecklos. Da habe selbst ich noch Probleme. Jedenfalls konnte ich gerade meinen alten Lehrer konsultieren. Der kennt sich da besser aus. Theoretische Physik ist mein Fach nicht.“ war die zurückhaltende Antwort meines Gefährten. Und er fuhr fort: „Du fährst jetzt gleich nach Hause. Musst aber im Auto sitzen bleiben. Du darfst unter keinen Umständen sofort aussteigen! In Erbsenfeld läßt du mich ‘raus. Ich hab’ noch einiges zu erledigen.“

Ich hatte keine Wahl. Also machten wir uns auf den Heimweg. Im Nachbardorf ließ ich den Kater aussteigen.

„Mach’s gut. Und laß den Kopf nicht hängen. Das renkt sich wieder ein. Du wirst sehen, daß du mit dieser kleinen Störung des Raum-Zeit-Gefüges zurecht kommen wirst.“ Damit verabschiedete sich mein Begleiter artig und verschwand.

Ich saß noch einige Minuten wie der letzte Depp im Auto. Es regnete kaum noch. Irgendwo aus der Dunkelheit strahlten mich - im wahrsten Sinne des Wortes - im Licht der Scheinwerfer zwei Augen an. Dann fuhr ich los.

Nach zwanzig Minuten war ich wieder daheim. Ich stellte den Motor ab und wollte gerade aussteigen, als ich mich der letzten Worte des Katers erinnerte. Jenes „Du darfst unter keinen Umständen sofort aussteigen!“ klang mir noch in den Ohren. Ich fühlte mich ganz benommen. Richtig besoffen im Kopf. Irgendwie muß ich wohl kurz eingenickt gewesen sein. Aber nur ganz kurz. Dann sah ich auf meine Uhr. Es war - ich traute meinen Augen kaum - ‘mal gerade halb vier. Noch vor wenigen Minuten war es halb fünf gewesen. Um diese Zeit hatte sich der Kater von mir verabschiedet.

Doch, als ich genauer die Uhr betrachtete, fiel mir das Datum auf. Es war Sonntag am frühen Morgen. Dreiundzwanzig Stunden einfach waren „verschwunden“. Ich glaube, jetzt durfte ich aussteigen. In der Wohnung hatte sich nichts verändert. Als ich die Uhren verglich, stellte ich beruhigt fest, daß alle meine Zeitmesser wieder die gleich Zeit anzeigten. Ich wollte gerade meinen Kumpel anrufen, da fiel mir ein, daß ich dies bereits getan hatte.

Ich rekapitulierte meine bisherigen Erlebnisses. Nichts wollte sich zusammenreimen. Ich muß im Auto eingeschlafen sein. Und dann hatte ich übelst wirres Zeug geträumt. Die Geschichte mit dem sprechenden Kater war der eindeutige Beweis dafür, daß es ein Traum gewesen war. So unwahrscheinlich es auch klingt, ich muß einen ganzen Tag und eine ganze Nacht im Auto gesessen haben. Wenn das aber stimmte - und es gab wirklich keine andere vernünftige Erklärung -, dann kann ich Bert noch gar nicht angerufen haben. Und wenn ich jetzt - ganz unverfänglich - telefoniere, werde ich feststellen, ob ich schon einmal im Haus gewesen war oder auch nicht.

Ich rief aber nicht sofort an, sondern wollte mich erholen. Ich war recht müde. Eigentlich müßte ich mich frisch und ausgeruht fühlen, denn ich hatte ja vierundzwanzig Stunden geschlafen. Doch ich war schlicht und einfach müde. Also legte ich mich doch erst einmal ins Bett. Ich war sofort eingeschlafen. Als ich wieder erwachte, war es mittlerweile drei Uhr nachmittags. Und die Sonne schien. Und kein Regen regnete mehr vom Himmel herab. Erst als ich wieder vollends zu mit gekommen war, fielen mir meine nächtlichen Erlebnisse mit dem „Zeitloch“ und dem Kater ein.

An der Wohnungstür klingelte es. Wohl mehrmals schon. Als ich die Tür öffnete, stand Bert vor eben dieser. „Ach du Scheiße“, entfuhr es mir. „Mann, komm’ ‘rein. Das war doch wirklich nicht nötig, daß du auch noch angeritten kommst. Ist wirklich nichts passiert.“

„Bist du vielleicht doof! Ich hab’ mir schon ernsthaft Sorgen gemacht. Und außerdem, was hast du mit deinem Auto angestellt? Guck dir ‘mal die Farbe an.“

Auf diesen Besuch war ich nun wirklich nicht gefaßt. Was sollte ich Bert schon erzählen? Doch nicht etwa die Wahrheit? Wenn ich selbst nur die Wahrheit wüßte.

„Und dann dieser Anruf. Was Blöderes konnte dir wohl nicht einfallen. Wenn du schon nicht sofort telefoniert hast, dann hättest du dies auch zu einer angemesseneren Uhrzeit machen können. Immerhin hattest du einen ganzen Tag Zeit.”

Ich wußte immer noch nicht, wie ich mich verhalten sollte. Doch dann erzählte ich nur, daß ich im Auto eingeschlafen sein mußte und für vierundzwanzig Stunden „weggetreten“ war. Die Geschichte mit dem Kater, dem Zeitloch und meiner nächtlichen Fahrt über die Dörfer ließ ich vorsichtshalber aus. Nicht einmal als Traumerlebnis gab ich das zum besten.

Dann gingen wir mein Auto angucken. Wie schon bekannt, besonders schön war es sowieso nicht mehr. Aber so jämmerlich, wie es jetzt dastand, hatte ich es nicht in Erinnerung. Fast überall begann der Lack abzublättern.

„Ach du Scheiße!“ Mein Wortschatz war arg zusammengeschrumpft. So sehr mir das Auto auch leid tat, in diesem Moment reifte in mir der Entschluß, mich von meinem treuen Begleiter nun endlich doch zu trennen. Jetzt fielen mir nochmals einige Vorkommnisse in der Nacht ein. Wieso war das Auto so heiß gewesen, als hätte es stundenlang in der Sonne gestanden? Sollte ich etwa der Erklärung eines geträumten sprechenden Katers Glauben schenken? Was auch vorgefallen war, alles hatte ich mit Sicherheit nicht geträumt. Nun ja, die Geschichte mit dem Katzentier konnte ich getrost als Traumgespinst abhaken. Aber das Zeitloch und mein Auto? Ganz geheuer war das nicht. Und wenn ich mir den Tachostand ansehe, wird mir ganz schwummerig. Ich bin tatsächlich eine weitere Strecke gefahren, als ich eigentlich hätte gefahren sein können. Normalerweise. Aber normal war hier überhaupt nichts mehr.

„Wir hatten doch wirklich nicht soviel getrunken. Du warst völlig nüchtern, als du losgefahren bist. Einen solch gewaltigen Blackout kann ich mir nicht erklären. Vielleicht gehst du doch ‘mal zum Arzt.“

Ich nickte brav, hatte aber nicht vor, tatsächlich den Doktor aufzusuchen. Ich wüßte auch nicht warum. Und - kluge Ratschläge hin, kluge Ratschläge her - was sollte ich dem denn erzählen?

Langsam beruhigte sich Bert. Und einen kranken Eindruck machte ich ja wirklich nicht. Aber, wenn irgend etwas passieren sollte, sofort anrufen! Das mußte ich ihm versprechen. Da nun langsam der Gesprächsstoff auszugehen drohte, verabschiedete sich mein Kumpel.

„Bis zu nächsten Mal.“

„Mach’s gut. Ist schon alles okay. Ehrlich.“

Ganz in Ordnung war alles sicherlich nicht. Aber ich fühlte mich putzmunter. Ein ordentliches Abendessen gönnte ich mir noch. Dabei setzte ich mich vor die Glotze. Ein interessanter populärwissenschaftlicher Film über die Entstehung des Universums wurde gebracht. Von irgendeinem „Urknall“ war die Rede. Hatte schon öfter gehört davon, kannte aber keine Einzelheiten. Besonderes Interesse habe ich für diese Dinge nie gezeigt. Erschien mir alles zu weit hergeholt. Heute aber paßte ich besser auf. Nicht daß ich tatsächlich etwas begriffen hätte, aber ich machte mir so meinen Reim darauf. Ganz unverbindlich. Nein wirklich, was die sich da so ausgedacht haben, kommt mir einigermaßen abenteuerlich und absonderlich vor. Ich habe keine Ahnung davon und kann das nicht richtig einschätzen, aber daran gemessen, waren meine nächtlichen Erlebnisse - wenn sie denn wirklich Erlebnisse gewesen waren - die selbstverständlichsten und normalsten und alltäglichsten Dinge von der Welt. Mein Gott, und wenn das alles wirklich stimmen sollte - ich glaube selbstverständlich nicht daran -, also wenn das der Wahrheit entspräche, dann allerdings glaube ich auch an sprechende Katzen und so. Ehrlich.


rose Offline

Mitglied


Beiträge: 563

27.09.2014 16:03
#2 RE: Das Zeitloch und der Kater antworten

Katzen können ja sprechen nur wir verstehen sie nicht



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