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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 325 mal aufgerufen
 Gefahren im Leben
Summilie Offline

Admin


Beiträge: 3.418

26.06.2005 02:03
Erwachen antworten

Erwachen

Eine Minute ist vergangen. Oder zehn. Oder eine Stunde. Oder ein Jahr. Oder ein Jahrtausend. Er weiß es nicht. Das Bewusstsein tritt auf der Stelle. Die Zeit schläft ein und stirbt.

Die Seele entfernt sich aus dem Raum und schwebt im Nichts. Es gibt sie fast nicht mehr. Es gibt ihn nicht mehr. Das Denken ist ohne Zeit nicht möglich. Gefühle schwimmen diffus in der Leere. Selbst die Leere entschwindet.

Langsam erwacht er und stellt fest, dass dies Erwachen nur ein Schein ist, ein kurzes Aufblitzen der Wirklichkeit.

Nein, er stellt dies nicht fest. Er kann nichts feststellen. Aber es ist so.

Millionen Jahre sind vergangen. Oder Milliarden. Oder Millionen von Milliarden. Nichts hat sich verändert. Und nichts ist gescheh'n. Irgendwann wird er erwachen. Wenn dann das Universum noch vorhanden. Oder wenn ein neues entstanden. Vielleicht werden viele Zyklen noch vergeh'n...

Nach und nach gewinnt die Wirklichkeit die Oberhand. Langsam nur, doch endgültig. Das Bewusstsein festigt sich. Es entsteht ein neues. Woher es kommt, er kann es nicht deuten. Die Welt hat sich nicht verändert. So scheint es ihm. Jeglicher Vergleich fehlt. Keine Menschen gibt es. Er weiß nicht, dass es welche gab und was das war. Der "Überlebende" ist er. Ohne Zweck und ohne Ziel. Ohne Vergangenheit, ohne Wissen. Ohne Streben und ohne Zukunft.

Er ist nicht mehr er selbst. Der neue Schöpfungsakt erfasst ihn völlig. Und nichts bringt das Verlorene zurück. Nicht einmal der Gedanke daran, etwas verloren zu haben. Keine Erinnerung an Vergangenes findet Platz in ihm. Er hätte dies nicht überlebt. Hat er überlebt? Ist dies "das Leben nach dem Tode"?

Der Tod... jetzt hat er ihn wieder. Es muss so etwas wie Erinnerung geben. Woher kennt er sonst den Tod. Das Unbewusste wagt sich zaghaft nur hervor.

Es ist eine Geburt.

Das Licht, er nimmt es langsam wahr (welches Licht? Das Wissen um das Licht ist ein Relikt vergangenen Lebens). Verschwommen wird das Sehen (was ist Sehen?) zum Abbild des Wirklichen (was ist die Wirklichkeit?) außerhalb seiner (existierte dort noch etwas?). Die inn're und die äuß're Welt vermag er unvollkommen nur zu trennen (sind sie überhaupt zu trennen?). Mehr und mehr gelingt es ihm (es scheint ihm so). Es dauert lange. Die Zeit noch fehlt (wie kann da etwas "lange dauern"?). Die Bewegungen (was ist Bewegung?) sind unbeholfen, was er nicht weiß. Nicht wissen kann. Es gibt kein Vorbild.

Der Körper ist neu, was man "Körper" hätte nennen können. Und die Seele, was hätte den Namen "Seele" verdient. Nichts hat gemein mit dem Gewesenen. Die Anpassung ist perfekt. Aber sinnlos. Die Bedingungen können lebensfremder nicht sein. Doch was ist Leben? Wie war die alte Welt vergangen, wie ist sie neu erstanden? Er weiß nichts davon. Er wird es nie erfahren.

Er weiß nicht, dass es etwas zu erfahren gäbe.

Das Überlebensprogramm scheint perfekt. Und nach und nach dringen Fetzen seines letzten Ichs an die Oberfläche. Bruchstückhaft, ohne Zusammenhang. Das hatte er vorausgeplant, ohne davon noch zu wissen. Erinnerungen an vergangene Träume sind es. Mehr nicht.

Das Überlebensprogramm ist nicht perfekt. Wie soll es auch. Er wird Millionen Jahre überleben. Oder Milliarden. Oder Millionen von Milliarden. Doch gibt es "Jahre" noch?! Es gibt nichts, was die Bezeichnung "Jahr" verdient. Oder "Sekunde". Oder "Stunde"...

Er wird überleben". Doch wie. Er wird existieren. Doch warum. Er wird keine Fragen finden, ist ein Automat, ein unvollkommener. Diese Unvollkommenheit ist der Preis fürs Überleben. An nichts kann er etwas messen. Wer ist "ER"?

Und die Welt und er verschmelzen wieder.
Zusammen mit den Träumen.
Und so bleibt es.
Bis zum Ende.
Ein neuer Zyklus ist im Gange.
Noch einmal wird er nicht erwachen...


rose Offline

Mitglied


Beiträge: 563

27.09.2014 16:12
#2 RE: Erwachen antworten

jedes Ende ist auch ein Anfang



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