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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 313 mal aufgerufen
 Gefahren im Leben
Summilie Offline

Admin


Beiträge: 3.418

26.06.2005 02:07
Weltuntergang antworten

Weltuntergang

Unheilpropheten gab es wahrscheinlich vor Jahrtausenden schon. Den "Weltuntergang" hat die Menschheit mehrmals schon "erlebt". Und das Jahr 3000 soll vielleicht "Die Große Wende" bringen. Ob zum Guten oder zum Bösen, das weiß man nicht so ganz genau. Im schlimmsten Fall bleibt alles beim alten. Das Schlimmste ist immer das Beständige. Keine wirkliche Entwicklung, nicht einmal eine handfeste Katastrophe. Und die Sintflut damals hat langfristig auch nicht viel gebracht.

Seit Milliarden von Jahren kreisen die Planeten um die Sonne. Und die Sonne wird noch weitere fünf Milliarden Jahre "leben". Die Menschen wahrscheinlich nicht. Mit Sicherheit wird es den "Weltuntergang" irgendwann einmal geben. In spätestens einigen Milliarden Jahren. Da die Spezies Mensch nicht gerade zu den besonders vorausschauend handelnden Gattungen vernunftbegabter Lebewesen zählt, ist es wenig sinnvoll, über das mögliche maximale Alter der Sonne ein gar zu großes Kopfzerbrechen zu veranstalten. Und irgendwelche andersgearteten Weltuntergangs-Szenarien locken kaum noch einen Hund hinter dem Ofen hervor.

Doch ein besonders liebes Exemplar eines paranoiden Menschleins predigt seit geraumer Zeit - und es findet wirklich etliche Seelen der schlichteren Art, die ihm aufmerksam zuhören -, dass die Verdammnis bald über uns hereinbrechen werde. Oder eine neue Sintflut vielleicht. Oder etwas in der Art. So konkret pflegt dieser Mensch sich nicht auszudrücken. Jedenfalls werden wir das Ende "bald" erleben. In 1000 Jahren ungefähr.

"Erleben" ist nicht ganz der richtige Ausdruck dafür. Wir werden eben bald nichts mehr erleben können, weil es bald nichts mehr zu erleben gibt, weil es uns bald nicht mehr geben wird.

Gar so dumm ist die ganze Angelegenheit nun auch wieder nicht. Allerdings ist das Aussterben einer biologischen Spezies noch längst kein Welt-Untergang. Aber "Das Große Feuer" werde uns bald alle vernichten. In 1000 Jahren, wohlgemerkt.

Schon möglich. Doch unsere Sonne macht derzeit überhaupt keine Anstalten, sich in absehbarer Zeit in eine Super-Nova zu verwandeln. Und irgendwelche kosmischen Unheilbringer in Gestalt größerer Asteroiden oder kleinerer Planeten oder mittelmäßiger Kometen auf Kollissionskurs mit der Erde sind auch nicht in Sicht. Die atomare Katastrophe ist vielleicht gebannt. Sicher allerdings, so absolut sicher, kann man auch hierbei nicht sein. Es gibt Gefahren. Wir alle haben von ihnen gehört. Nur wirklich bewerten können wir die nicht.

Besagter Prophet versammelt eine immer größere Schar von Jüngern um sich herum, die sich alle dadurch auszeichnen, im Glauben besser zu sein denn im Denken. Das haben Anhänger von Propheten so an sich. Und das muss auch so sein. Sonst ist der Prophet kein solcher oder seine Jünger tragen zu Unrecht diese Bezeichnung.

Und so glauben all die Seelen dieser kleinen Truppe an den Weltuntergang - in zehn Jahrhunderten. Wie schon gesagt, konkret fest legt man sich nicht. Nur der Termin steht so gut wie fest. Das Jahr 3000 hat es ihnen angetan. Bis dahin ist noch reichlich Zeit. Es hätte auch 3032 sein können. Ist es aber nicht. Punkt 3000 werde das Unheil über uns alle hereinbrechen. Verdient haben wir es allemal.

Ist natürlich auch Quatsch. So wie die Todesstrafe eigentlich keine Strafe ist. Die Strafe ist das Vorher. Auf die Angst vorher kommt es an. Und die ist groß. Hinterher ist alles vorbei. Das Leben ohnehin irgendwann einmal. Das weiß jeder. Nur den Zeitpunkt, den kennt er nicht. Und jetzt ist klar, was den Schrecken ausmacht: die Kenntnis des Termins. Oder die Ungewissheit im Gewissen. In beiden Fällen. Nur ist der Todeskanditat mit sich und seinen Sünden und seiner Angst allein. Der Weltuntergang betrifft uns alle. Der kollektive Tod ist irgendwie anders als der individuelle Tod es sein kann.

Aber wenn noch 1000 Jahre Zeit ist...

Nur die Auserwählten wissen ihr Wissen zu schätzen. Die anderen lachen bloß. Oder auch nicht. Dann sind sie nachdenklich geworden. Nicht etwa, weil sie von den Spinnern gehört haben oder ihnen gar glauben, sondern weil Nachdenklichkeit eine durch und durch schlechte Angelegenheit nun auch wieder nicht ist. Die Sache allerdings hat einen Haken: nachdenken kann jeder nur für sich allein. Und bei jedem kommt etwas anderes heraus dabei und somit in der Summe fast überhaupt nichts. Das erleben wir täglich. Doch gibt es Menschen, die werden für das Nachdenken bezahlt. Das macht natürlich dann nur Sinn, wenn das, worüber sie nachgedacht haben, auch verkündet wird. Geschieht dies laut, so hat man es in der Regel mit Politikern zu tun. Und in der Regel wird es bei denen nicht nur bei den Gedanken bleiben, sondern Grundlage für das Handeln soll es werden, was die Angelegenheit auch nicht gerade erfreulicher macht. Doch die Politiker reden äußerst selten über den Weltuntergang. Das ist nicht opportun.

Ein wenig leiser denken Leute nach, die viel wissen und neues Wissen schaffen. Darum werden sie auch "Wissen-Schaftler" genannt. Diese wissen nun, was möglich ist und was nicht. Und der Weltuntergang liegt - wenn nichts dazwischen kommt - in sehr weiter Ferne. Das wissen die. Und sie können das auch begründen, so wie sie den Weltanfang begründen können. Und alle Probleme, die irgendwann zu irgendwelchen Schwierigkeiten führen werden, oder schon geführt haben, sind von uns selbst gemacht.

Und dann gibt es noch die ganz normalen Menschen, welche die Wahl haben, diesen oder jenen Leuten zu glauben. Sei es den Weltuntergangs-Propheten, den Politikern oder den Wissenschaftlern. Natürlich hat man zudem die Freiheit, an nichts zu glauben, oder daran nur, was man selbst so ausgeheckt hat. Und findet man für das, was man sich ausgedacht hat Zuhörer, so ist man Prophet, Politiker oder Wissenschaftler. Je nach dem. Oder Künstler. Den hätten wir fast vergessen. Im einzelnen hängt dies vom konkreten Verlauf der konkreten Karriere ab. Allerdings können wir im allgemeinen davon ausgehen, dass der Otto Normal-Nachdenker, so er denn überhaupt nachdenkt, meist nur auf privater Ebene Nachdenker bleibt. Darum bildet er auch keine übermäßig große unmittelbare Gefahr. Von jener Gefahr einmal abgesehen, die mit seiner bloßen Existenz einhergeht, weil ohne seine Existenz keine Propheten usw. etwas aus- und Unheil anrichten könnten.

Unser großes Plus ist, dass wir nachdenken können. Nicht alles ist richtig und das meiste zwar falsch. Das macht aber nichts. Es merkt eh keiner. Und die wenigen, die es vorher merken, haben sowieso keine Stimme. Und danach, wenn alle es merken, ist es meist zu spät. Da es aber nie völlig zu spät ist, hat man die Möglichkeit, aus Fehlern zu lernen, um Raum zu schaffen für neue. Und so entwickelt sich das menschliche Leben von Niederlage zu Niederlage so vor sich hin.

Und die "absolute Niederlage" ist der "absolute Untergang".

Im Jahr 3000, wie wir jetzt wissen.

Und der Prophet weiß alles ganz genau. Und zwar vorher. Und da er ein harmloser Prophet ist, ein Spinner eben bloß, der ein paar andere nicht besonders helle Köpfchen um sich herum versammelt hat, lässt man ihn gewähren. Den Unsinn, den er da verzapft, den kann man wirklich nicht ernsthaft ernst nehmen.

Und so nähert man sich eines Abends unversehens dem ominösen Jahr 3000. Auch eine Raumschiffbesatzung ist unterwegs. Man will sich etwas weiter hinauswagen. Weiter als bisher. Und Silvester feiert man in der Raumkapsel. Dreißig Männer also feiern den Jahrtausendwechsel. Und der blaue Planet strahlt in voller Pracht. Und die Stimmung könnte besser nicht sein.

Der Fernsehkontakt mit der Bodenstation reißt plötzlich ab. Man will sich gerade gegenseitig beglückwünschen. Zum neuen Jahrtausend. Schon beginnen die Männer über die scheiß Technik zu fluchen, als sie bemerken, dass die Erde nicht mehr zu sehen ist. Die ist verschwunden. Einfach weg. Einfach so.

Alle Versuche, den Funkkontakt wieder herzustellen scheitern. Sie haben das Ende erlebt. Ein Welt-Untergang ist es freilich nicht, aber das Ende der Erde war gekommen. Ein eigenartiges Ende. So als hätte jemand einen Schalter betätigt und das Licht ausgeschaltet.

Die Sonne ist noch da. Doch beruhigt das die Männer keineswegs. Und so machen sie sich auf die Suche nach der Erde. Aber keine Spur von ihr. Hätte es eine wirkliche sichtbare Katastrophe gegeben, so hätten sie sich etwas denken können. Jetzt aber haben sie rein gar nichts begriffen, und sie glauben immer noch an eine technische Störung oder sonstige Täuschung. Sie haben wirklich nichts begriffen, nicht einmal ihr eigenes Todesurteil.

Das überaus interessante an der Sache allerdings ist, dass der spinnige Unheilsprophet, 1000 Jahre zuvor, recht behielt. Nicht etwa, weil er wirklich wusste, was geschehen würde, sondern weil irgendwann einmal ein Unheilsprophet einen Treffer landen muss. Propheten gab es zu allen Zeiten. Und irgendwann beginnt auch der Untergang. Und dass es das schöne Jahr 3000 gewesen ist, kann wirklich nur ein Zufall sein. Und was sich tatsächlich ereignete, weiß kein Mensch.
Weil es keinen mehr gibt.
Die Raumschiffbesatzung ausgenommen. Und die dreißig Männer haben nie etwas von dem vor 1000 Jahren lebenden Propheten gehört, der fast genau das prophezeite, was jetzt eingetreten war.

Kein Mensch hatte somit einen Nutzen davon, dass es jemanden gab, der auf das gerade eingetretene Ereignis vorbereitet war. Der Prophet selbst nebst kleiner Anhängerschar hatte keinen Nutzen davon. Die waren alle längst schon tot. Und der Menschheit nützte das sowieso nichts, denn erstens erinnerte sich vor dem Untergang kein Mensch an irgendeinen Propheten von vor 1000 Jahren, und zweitens hätte diesen Propheten kein Mensch ernst genommen, und drittens, wenn man ihn ernst genommen hätte, wäre man nicht in der Lage gewesen, das Unheil abzuwenden.

Nichts Nutzloseres also gibt es als Propheten, die alles vorher gewusst haben wollen!

Die Raumschiffbesatzung weiß nichts von alledem. Bis zu ihrem Ende versuchen sie die Erde zu finden oder wenigstens den Funkkontakt wieder aufzunehmen. Danach ist alles vorbei. Für alle Menschen jedenfalls.

Nun, alles war damit nicht zu Ende.

Und - genau genommen - war eigentlich so gut wie fast überhaupt nichts Nennenswertes passiert.


rose Offline

Mitglied


Beiträge: 563

27.09.2014 16:06
#2 RE: Weltuntergang antworten

Na das passt, schau mir gerade einen film an der das auch behandelt



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