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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 466 mal aufgerufen
 Gefahren im Leben
Summilie Offline

Admin


Beiträge: 3.418

26.06.2005 02:27
Erinnerungen antworten

Erinnerungen

Ich sah auf die Stadt nieder. Überall waren Lichter, einige gingen aus, andere gingen an. Es war ein stetiges treiben in Frankfurt. Manchmal fragte ich mich, warum all diese Menschen hier lebten. Was tun sie alle hier, was denken sie, was wünschen sie sich? Diese Gedanken endeten immer auf die gleiche Weise: Meine Zweifel wurden größer, aber ich konnte nicht aufhören. Ich konnte nicht aufhören mein Leben zu zerstören, mein Seele zu verkaufen. Ich schüttelte meine Gedanken ab, denn schließlich hatte ich einen Job zu erledigen. Ich war an diesem Abend in diese Wohnung eingebrochen, um eine Frau zu töten. Es war mein Job, ich tötete Menschen für andere Menschen, damit ich in dieser Stadt überleben konnte.
Übrigens, mein Name ist Max Schneider, aber in den Schatten kennt man mich nur unter dem Namen Razorblade. Ich weiß nicht mehr wer, oder warum man mir diesen Namen verpasste, aber ich komme mit ihm ganz zurecht. Er gibt mir eine Art Unnahbarkeit. Wenn man diesen Namen hört, denken viele ich wäre Gefährlich und halten sich von mir fern. Es gibt mir eine Selbstsicherheit, eine Selbstsicherheit, ohne die ich nicht lange überlebt hätte.
Nun saß ich in dem Stuhl einer Frau, die noch nie gesehen hatte, außer auf einem Trideobild. Absurderweise wurde mir klar, dass ich diese Frau nicht kannte. Ich hatte schon viele Menschen für Geld getötet, unter anderem auch Frauen. Doch ich musste plötzlich daran denken, dass ich einen Menschen töten würde, den ich nicht kannte, von dem ich nur Zahlen und Statistiken besaß. Mir wurde bewusst, dass ich mich an viele von denjenigen, die ermordet hatte, nicht mehr erinnern konnte. Ich fragte mich ob es überhaupt noch Menschen gab, die an die Toten dachten. Tote, die durch meine Hand gestorben sind.
Ich sah auf mein Notizblock und laß, dass Melissa Krämer, so hieß mein Opfer, erst 25 Jahre alt war. Sie hatte sowenig Zeit gehabt, ihr Leben aufzubauen, es nach ihren Wünschen zu gestalten. Ich würde das alles in einer Sekunde zerstören, 25 Jahre nur um hier zu sterben. Ich fragte mich, was sie getan hatte, dass sie jemand tot sehen wollte. Wieder schüttelte ich die Gedanken ab. Ich war noch nie Neugierig gewesen und ich hatte nicht die Absicht heute damit anzufangen.

Dann hörte ich den Fahrstuhl. Ich machte das Licht aus, zog meine Ares Predator II aus dem Halfter, setzte mich wieder zurück in den Stuhl hinter dem Schreibtisch und atmete noch einmal tief durch. Ich hörte, wie sie sich noch mit jemanden unterhielt. Meine Finger überprüften schon fast selbstständig, ob der Schalldämpfer richtig saß. Ich durfte keinen Fehler machen. Dann schloss sie die Tür auf, legte ihren Schlüssel auf ein Tischchen im Flur und ging ins Bad. Mein Puls, der eben noch auf 180 gewesen war, senkte sich jetzt rapide. Ich wurde ruhiger und konzentrierter. Dann kam sie ins Arbeitszimmer. Sie machte das Licht an, dann wich sie erschrocken zurück. Ich hatte diese Szene schon tausendmal erlebt. Aber es faszinierte mich immer wieder. Ich konnte sehen wie das Gefühl der Erschrockenheit in ihren Augen erst der Wut, dann der Erkenntnis und schließlich der nackten, puren Angst wich.
"Wer sind sie und was wollen sie?" Auch diesen Satz hatte ich schon oft gehört. Ich hob meine Predator und sah ihr in die Augen. Man konnte spüren, wie ihr klar wurde, dass sie diese Wohnung nicht mehr lebend verlassen würde, dass sie ihre Freunde nie wieder sehen würde, dass sie niemals in einem schönen Haus in einem Vorort Frankfurts ihre Enkel spielen sehen könnte. Und ganz unerwartet tat sie mir Leid. Ich überlegte ernsthaft sie am Leben zu lassen, denn ich fühlte selber die Angst die sie nun in sich trug. Ich stellte mir ihre Eltern vor, wie sie Weinend vor ihrem Grab standen und dem Priester zuhörten, der über Melissa erzählte, obwohl er sie nie kennengelernt hatte, sie nie hatte lachen sehen können. Genauso wie ich.
Die Kugel traf sie direkt ins Herz. Sie war sofort tot und hatte nicht einmal die Augen geschlossen. Langsam holte ich das Magazin aus der Waffe und lud die einzelne Kugel nach. Dann ging ich zu ihr und schloss ihre Augen. Ich sah ein letztes mal aus ihrem Fenster, auf die Skyline Frankfurts. Dann verließ ich das Gebäude und ging in den Club. Ich dachte nie wieder an Melissa.

Bis heute.

rose Offline

Mitglied


Beiträge: 563

19.09.2014 10:25
#2 RE: Erinnerungen antworten

Was sit das? ein Buch, oder hast du das geschrieben?



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