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Dieses Thema hat 9 Antworten
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 Tiere
LakkyLady ( Gast )
Beiträge:

20.03.2005 17:02
Wale antworten

Wal allgemein

Die Wale (Cetacea) sind eine Ordnung der Säugetiere mit knapp 80 Arten, die alle vollständig im Wasser leben. Bis auf die Flussdelfine und einige Delfine leben alle Wale im Meer. Die umgangssprachliche Bezeichnung Walfisch ist irreführend, da Wale nicht zu den Fischen zählen.

Obwohl Wale zu den Säugetieren, genauer zu den Placentatieren, gehören, werden sie in Einzelfällen, beispielsweise die Grönlandwale, über 200 Jahre alt. Der älteste je gefundene Wal war ein 211 Jahre altes Grönlandwalmännchen.

Allgemeines

Wale sind neben den Seekühen die einzigen vollständig an das Leben im Wasser angepassten Säugetiere. Sie verbringen ihr ganzes Leben im Wasser, und sind auch nicht in der Lage, an Land zu überleben, da sie sich sonst selber durch ihr schweres Gewicht erdrücken, austrocknen oder wegen ihrer Wärmeisolation an Hitzschlag sterben würden. Der gesamte Körperbau und alle Körperfunktionen der Wale sind entsprechend auf das Leben im Wasser eingestellt, dennoch teilen mehrere wesentliche Merkmale mit allen anderen Säugetieren:

* Wale haben Lungen statt Kiemen und müssen Luft atmen. Da ihr Atemsystem hervorragend an das Leben im Wasser angepasst ist, können sie aber lange Zeiten untergetaucht bleiben. Die Sauerstoffaufnahme aus der Atemluft ist bei der Lungenatmung bedeutend besser als die Entnahme von Sauerstoff durch Kiemen aus dem Wasser. Einige Walarten können mit einem Atemvorgang bis zu zwei Stunden tauchen.
* Wale besitzen ein sehr effektives Herz, welches im Gegensatz zum Fischherz vollständig in mehrere Herzkammern getrennt ist. Dadurch wird der im Blut aufgenommene Sauerstoff sehr viel effektiver im Körper verteilt.
* Wale sind gleichwarm und nicht wechselwarm wie Fische.
* Alle Wale gebären lebende Kälber und geben ihnen Muttermilch aus speziellen Milchdrüsen. Die Embryonalentwicklung findet im Körper der Mutter statt und während dieser Zeit wird der Embryo durch ein spezielles Nährgewebe, die Plazenta, ernährt.

Zu den Walen gehören die größten lebenden Tiere der Erde. Der Blauwal (Balaenoptera musculus) ist unter allen heute lebenden Tierarten und ihren fossilen Verwandten mit einer Körperlänge von bis zu 33 Metern und einem Gewicht von 190 Tonnen das größte Tier, der Pottwal (Physeter catodon) wohl größte fleischfressende Wesen in der Geschichte der Erde. Die kleinsten Walarten erreichen dagegen nur maximale Körpergrößen von 1,20 Metern, so etwa der La-Plata-Delfin (Pontoporia blainvillei).

Äußere Anatomie

Der Körperumriss der Wale ähnelt dem von großen Fischen, was sich ebenfalls auf die Lebensweise und die besonderen Bedingungen des Lebensraums zurückführen läßt. So besitzen sie eine stromlinienförmige Gestalt und ihre Vorderextremitäten sind zu Flossen umgestaltet (Flipper). Auf dem Rücken tragen sie eine weitere Flosse, die als Finne bezeichnet wird und je nach Art verschiedene Formen annimmt, bei wenigen Arten fehlt sie völlig. Sowohl die Flipper als auch die Fluke dienen ausschließlich der Stabilisierung der Wale im Wasser und der Steuerung. Der Schwanz endet in einer großen Schwanzflosse, die Fluke heisst und eine knorpelige Fläche ohne Knochenteile darstellt. Die Fluke setzt waagerecht statt senkrecht am Körper an, ein von außen sehr gut erkannbares Unterscheidungsmerkmal zu den Fischen. Sie ermöglicht durch vertikales Schlagen die Fortbewegung.

Die Hinterbeine fehlen den Walen vollständig, ebenso alle weiteren Körperanhänge, die die Stromlinienform behindern könnten wie die Ohren und auch die Haare. Die männlichen Genitalien und die Brustdrüsen sind in den Körper versenkt.

Alle Wale haben einen langgestreckten Kopf, der besonders bei den Bartenwalen durch die weit ausladenden Kiefer extreme Ausmaße annimmt. Die Nasenlöcher der Wale bilden das Blasloch, eines bei Zahnwalen, zwei bei Bartenwalen. Sie liegen auf der Oberseite des Kopfes, so dass der Körper beim Atmen untergetaucht bleiben kann. Beim Ausatmen kondensiert meist die Feuchtigkeit der Atemluft und bildet den so genannten Blas.

Der Körper ist von einer dicken Speckschicht eingehüllt. Dieser Blubber dient zur Wärmeisolation und verleiht den Walen eine glatte Körperoberfläche. Bei den großen Arten kann er bis zu einem halben Meter Dicke erreichen. Der sehr spezielle Aufbau der Haut oberhalb der Speckschicht sorgt für ein Phänomen, welches als Graysches Paradoxon bekannt ist. Der Körper vor allem der schnelleren Schwimmer wie etwa den Delfinen verfügt in der Realität über weit bessere Strömungseigenschaften, als diese bei einem technischen Körper mit der gleichen Form der Fall ist. Dies wird auf die Dämpfungseigenschaften der Haut zurückgeführt, die störende Wirbelbildung abdämpft. Zu diesem Zweck besitzt die Lederhaut (Corium oder Dermis) lange Papillen, die einen Saum bilden und mit der darüber liegenden Epidermis verzahnt sind. Die Papillen der Lederhaut sitzen dabei auf Lamellen, die weitestgehend quer zur Körperlängsachse und damit auch zur Strömungsrichtung gestellt sind. Aufgrund ihrer Länge hielt man die Papillen erst für Ausführgänge von Schweißdrüsen, heute weiß man allerdings neben der realen Funktion der Struktur auch, dass Wale keine Hautdrüsen mit Ausnahme der Milchdrüsen besitzen. Neben diesen Dämpfungsstrkuturen verfügt die Haut über ein mikroskopisch feines Reliefmuster und durch die Ergebnisse physiologischer Experimente wird auch eine aktive Reaktion der Haut angenommen. Die Verbesserung der Strömungseigenschaften konnte durch verschiedene Versuche mit künstlicher Walhaut nachgestellt werden.

Skelett

Das Walskelett kommt weitestgehend ohne kompakte Knochen aus, da es vom Wasser stabilisiert wird. Aus dem Grunde sind die bei den Landsäugetieren üblichen Kompaktknochen durch durch feinmaschige, so genannte Spongiosaknochen, ersetzt. Diese sind leichter und elastischer. An vielen Stellen sind ausserdem Knochenelemente durch Knorpel und sogar Fettgewebe ersetzt, dadurch werden die hydrostatischen Eigenschaften des Walkörpers weiter gverbessert. Besonders im Ohr und an der Schnauze findet sich eine nur bei Walen zu findende Knochenform mit extrem hoher Dichte, die an Porzellan erinnert. Diese hat besondere akustische Eigenschaften und leitet den Schall besser als andere Knochen.

Der Schädel aller Wale ist charakteristisch verlängert, was gut bei dem hier dargestellten Bartenwal ersichtlich ist. Dabei sind die Kiefer- und die Nasenbeinknochen stark verlängert und bilden ein vorspringendes Rostrum. Die Nasenöffnungen liegen am Scheitelpunkt des Kopfes, oberhalb der Augen. Der hintere Teil des Schädels mit dem Hirnschädel ist deutlich verkürzt und verformt. Die Zähne bzw. die Barten sitzen im Oberkiefer ausschließlich am Maxillarknochen.

Die Anzahl der Wirbel der Wirbelsäule beträgt abhängig von der Art zwischen 40 und 93 Einzelwirbel. Die Halswirbelsäule besteht wie bei allen Säugetieren aus sieben Wirbeln, die bei den meisten Walen jedoch miteinander verschmolzen sind, was Stabilität beim Schwimmen auf Kosten der Beweglichkeit verschafft. Die Rippen werden von neun bis 17 Brustwirbeln getragen. Die Rippen selbst sind über ein knorpeliges Brustbein miteinander verbunden. Die letzten zwei bis drei Rippenpaare sind nicht an der Wirbelsäule befestigt und liegen als Fleischrippen frei in der Körperwand. Daran schließt sich der Lenden- und Schwanzteil der Wirbelsäule an, denen alle weiteren Wirbel angehören.

Die vorderen Gliedmaßen sind paddelförmig mit verkürzten Arm- und verlängerten Fingerknochen, um die Fortbewegung zu unterstützen, und durch Knorpel verwachsen. Das einzige intakte Gelenk ist das Schultergelenk, alle anderen sind (außer beim Amazonasdelfin (Inia geoffrensis)) unbeweglich. Ein Schlüsselbein fehlt. Da eine Fortbewegung des Wals auf dem Land nicht mehr erforderlich, und bei den großen Arten aufgrund des Körpergewichtes auch nicht mehr möglich ist, sind die hinteren Gliedmaßen stark verkümmert und nur noch als Skelettrudimente vorhanden.

Innere Anatomie und Physiologie

Besonders wichtig für die Lebensweise der Wale im Wasser ist der Aufbau des Atmungs- sowie des Kreislaufsystems. Der Sauerstoffhaushalt der Wale ist entsprechend hocheffektiv. Bei jedem Atemzug kann ein Wal bis zu 90 Prozent des gesamten Luftvolumens der Lunge austauschen, bei einem Landsäugetier liegt dieser Wert etwa bei 15 Prozent. In der Lunge wird der eingeatmeten Luft durch das Lungengewebe etwa doppelt soviel Sauerstoff entzogen wie bei einem Landsäuger. Die Lunge selbst beinhaltet in den Alveolen ein doppeltes Kapillarnetz, der Sauerstoff wird außer im Blut und der Lunge vor allem in verschiedenen Geweben der Wale gespeichert, vor allem in der Muskulatur, in der der Muskelfarbstoff Myoglobin für eine effektive Bindung sorgt. Beim Tauchvorgang wird der Sauerstoffverbrauch durch eine Herabsenkung der Herztätigkeit und der Blutzirkulation massiv gesenkt, einzelne Organe werden während dieser Zeit nicht mit Sauerstoff versorgt. Manche Furchenwale können dadurch bis zu 40 Minuten tauchen, Pottwale zwischen 60 und 90 Minuten und Entenwale sogar zwei Stunden. Die Tauchtiefen liegen dabei im Durchschnitt bei etwa 100 Meter, Pottwale tauchen bis zu 3.000 Meter tief.

Der Magen der Wale besteht aus drei Kammern. Der erste Bereich wird von einem drüsenlosen und sehr muskulösen Vormagen gebildet (fehlt bei den Schnabelwalen), danach folgen der Hauptmagen und der Pylorusmagen, die beide mit Drüsen zur Verdauung ausgestattet sind. An die Mägen schließt sich ein Darm an, deren Einzelabschnitte nur histologisch unterschieden werden können. Die Leber ist sehr groß und besitzt keine Gallenblase.

Die Nieren sind stark abgeflacht und sehr lang. Sie sind in mehrere tausend Einzelläppchen (Renculi) aufgeteilt, um effektiv arbeiten zu können.

Evolution der Wale

Erdgeschichtlich haben sich die Wale vor etwa 50 Millionen Jahren aus Verwandten der Huftiere entwickelt, die vor allem aus Pakistan fossil erhalten sind. Heute gilt das Flusspferd als nächster lebender Verwandter der Wale.

Fossil lässt sich die graduelle Wandlung vom Land- zum Meerlebewesen an den folgenden Merkmalen verfolgen.

* Mit Verschwinden der Hinterbeine entwickelt sich eine flexible Wirbelsäule, die den Schwimmantrieb mit einer Schwanzflosse erlaubt.
* Die Vorderbeine verwandeln sich langsam in Flossen und verlieren dabei ihre ursprüngliche Beweglichkeit.
* Das Ohr ist nicht mehr nach außen offen. (Hier gehört ein eigenes Kapitel hin.)
* Die Nasenlöcher wandern von der Kopfspitze nahe der Mundöffnung nach oben, so dass der Wal das Atmen 'im Vorüberschwimmen' erledigen kann.
* Die Zähne, bei den ursprünglichen Landbewohnern in Schneide-, Eck-, Backenzähne differenziert, gleichen sich aneinander an. Barten sind eine relativ späte Entwicklung in der Unterordnung der Bartenwale.

Das älteste als direkter Walvorläufer identifizierte Fossil ist Pakicetus, ein vor 50 Millionen Jahren an Gewässern lebendes Tier, das noch vier deutlich ausgeprägte Beine besitzt. Als wichtigstes Zwischenglied vom Land- zum Meerleben gilt der 49 Millionen Jahre alte Ambulocetus natans, der bis zu 3 m lang wurde. Auch diese Art besitzt noch vier zur Fortbewegung an Land geeignete Beine.

Aus der Zeit um etwa 45 Millionen Jahren finden sich eine Reihe von Arten (Indocetus, Rodhocetus, Kutchicetus, Andrewsiphius), die deutlich an das Leben im Wasser angepasst sind. Die Hinterbeine sind stark zurückgebildet, und die Körperform erinnert an Robben.

Seit etwa 40 Millionen Jahren bevölkern Arten die Ozeane, die keine Verbindung zum Land mehr haben, wie beispielsweise der Basilosaurus. Der Übergang vom Land zum Meer war also in 10 Millionen Jahren vollzogen. In Folge traten viele verschiedene Formen von Walen auf. Heute kennt man etwa 1000 fossile Arten, die in der Mehrzahl verschwanden, und deren Nachfolger heute alle Meere bevölkern.



LakkyLady ( Gast )
Beiträge:

20.03.2005 17:04
#2 RE:Wale antworten

Lebensweise

Die meisten Wale sind sehr gesellige Tiere mit einem sehr hoch entwickelten Sozialverhalten, nur sehr wenige Arten leben paarweise oder als Einzelgänger. Die Walgruppen, als Schulen bezeichnet, bestehen dabei meistens aus 10 bis 50 Tieren, zu bestimmten Gelegenheiten wie Massenauftreten von Nahrung oder zur Paarungszeit können die Gruppen jedoch auch weit über 1.000 Tiere umfassen. Auch Gruppierungen mit anderen Walarten sind dabei möglich. Die einzelnen Schulen haben eine feste Hierarchie, wobei die vorrangigen Stellungen durch Beißen, Schieben oder Rammen bestimmt werden. Das Verhalten in der Gruppe wird nur in äußersten Streßsituationen wie Nahrungsmangel und in Gefangenschaft aggressiv, im Normalfall kommt es primär zu friedlichen Kontaktaufnahmen. Dabei spielen Kontaktschwimmen, gegenseitiges Streicheln und Stupsen eine große Rolle. Ebenfalls bekannt sind die spielerischen Verhaltensweisen der Tiere, die sich in Luftsprüngen, Saltos, Wellenreiten oder Flossenschlagen äußern und auch bei ausgewachsenen Tieren vorkommen.

Auch die Jagd erfolgt bei den Walen in der Gruppe, wobei sich die Tiere häufig sogar noch mit anderen Tierarten zusammentun. So findet man viele Delfinarten gemeinsam mit großen Thunfischen auf Jagdzügen, die großen Fischschwärmen folgen. Der Große Schwertwal (Orcinus orca) jagt in Schulen auch andere, sogar größere Wale. Buckelwale (Megaptera novaeanglia) bilden in Gemeinschaftsarbeit Blasenteppiche, mit denen sie Kleinfisch- und Krillschwärme einfangen und in denen sie dann mit geöffnetem Maul auftauchen.

Fortpflanzung

Bei den meisten Walarten konnte man einen jahreszeitlichen Fortpflanzungszyklus feststellen, bei dem der Eisprung der Weibchen sowie die Hauptaktivität der Hoden bei den Männchen zeitgleich liegen. Dieser Zyklus ist meistens mit saisonalen Wanderungen gekoppelt, die bei vielen Arten zu beobachten sind. Zur Paarung gehen die meisten Zahnwale keine festen Bindungen ein, bei vielen Arten haben auch die Weibchen mehrere Partner während einer Saison. Die Bartenwale gelten dagegen als weitgehend monogam innerhalb der einzelnen Fortpflanzungsperioden, dauerhafte Bindungen gehen sie jedoch ebenfalls nicht ein.

Die Tragezeit der Wale dauert zwischen neun und 16 Monate, wobei die Dauer nicht zwingend abhängig von der Größe ist. Schweinswale tragen ebenso wie die riesigen Blauwale etwa 11 Monate. Wale bringen in der Regel immer nur ein Junges zur Welt, bei Zwillingsgeburten stirbt ein Jungtier meistens, da die Mutter nicht genügend Milch für beide Jungtiere aufbringen kann. Die Geburt erfolgt meistens mit dem Schwanz voran, so dass die Gefahr des Ertrinkens für das Neugeborene minimal ist. Nach dem Geburtsvorgang wird das Jungtier schell zur Oberfläche zum ersten Atemzug transportiert. Die Jungtiere erreichen bei der Geburt etwa ein Drittel der Körpergröße der Erwachsenen und sind sehr schnell eigenständig aktiv. Beim Säugen spritzt die Walmutter die fettreiche Milch aktiv in das Maul des Jungen, da diese keine Lippen haben, mit denen sie saugen könnten.

Die Säugezeit ist meistens lang, sie beträgt bei vielen Arten über ein Jahr, was mit einer engen Bindung der Mutter an ihren Nachkommen einhergeht. Die meisten Wale werden spät geschlechtsreif, typischerweise mit sieben bis zehn Jahren. Diese Fortpflanzungsstrategie erbringt wenige Nachkommen, die dafür eine hohe Überlebensrate haben.

Bedrohung

Die Bedrohung der Wale geht bis auf wenige Ausnahmen direkt vom Menschen aus. Als natürlich Feinde der Wale existieren nur wenige große Haiarten sowie andere Wale wie der Große Schwertwal, der auch Kleinwale jagt. Die Bedrohungen durch den Menschen lassen sich unterteilen in die direkte Bejagung durch den Walfang sowie die indirekten Gefahren wie die Fischerei und die Umweltbelastung.

Walfang
Im Mittelalter waren die Gründe für den Walfang die enormen Mengen Fleisch, der als Brennstoff verwertbare Waltran und die Kieferknochen, die man im Hausbau verwendete. Am Ende des Mittelalters fuhren bereits ganze Flotten aus, um die großen Wale, mehrheitlich Glattwale und Grönlandwale, zu jagen.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurden vor allem Bartenwale bejagt, um den Bedarf der Korsett- und Reifrockhersteller an Fischbein zu decken.

Ungefähr in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten Wale Bedeutung als Rohstofflieferant für die Industrie. In dieser Zeit wurde intensiv gejagt.

Die meisten bejagten Walarten sind in ihrem Bestand bedroht. Einige Großwalarten wurden bis ins späte 20. Jahrhundert stark bejagt, wodurch ihre Populationen teilweise bis an den Rand der Ausrottung ausgebeutet wurden. Heute sind sie stark dezimiert, da ein Zuwachs nur langsam möglich ist. Vollständig ausgerottet wurden bereits der Atlantische Grauwal, der koreanische Grauwal und der Biskayawal.

Das Töten von Walen zu kommerziellen Zwecken ist seit 1985 weltweit von der Internationalen Walfangkommission bis zum Jahr 2005 verboten worden. Allerdings werden mit anderen Begründungen, auch heute Wale gejagt.

Fischerei

Auch die für den Walfang uninteressanten Kleinwale – vor allem einige Delfinarten, welche zu den Zahnwalen gehören – sind teilweise stark dezimiert. Sie fallen sehr häufig der Thunfischerei zum Opfer, weil sie sich oft in der Nähe von Thunfischschwärmen aufhalten. Dies ist auch den Fischern bekannt, weshalb sie oft nach Delfinen Ausschau halten, um Thunfische zu fangen. Delfine sind wesentlich leichter auszumachen als Thunfische, da sie regelmäßig an der Oberfläche Luft holen müssen. Die Fischer ziehen mit ihren Netzen hunderte Meter große Kreise um die Delfingruppen herum, in der Erwartung, dass sie auch einen Thunfischschwarm einschließen. Die Netze werden zusammengezogen, die Delfine verfangen sich unter Wasser und ertrinken.

Umweltgefahren

Die zunehmende Meeresverschmutzung stellt auch für die Meeressäuger ein ernst zu nehmendes Problem dar. Schwermetalle und Reste vieler Pflanzen- und Insektengifte sind biologisch nicht abbaubar. Über die Meerespflanzen und Beutetiere gelangen sie dann in den Körper der Wale. In Folge werden die Tiere anfälliger gegenüber Krankheiten und bekommen weniger Junge.

Auch die Zerstörung der Ozonschicht wirkt sich auf die Wale aus, denn Plankton reagiert sehr empfindlich auf Strahlung und vermehrt sich weniger stark. Dadurch schrumpft das Nahrungsangebot für viele Meerestiere, besonders betroffen sind aber die Bartenwale. Auch das Nekton wird, neben der intensiven Befischung, durch die intensivere UV-Einstrahlung geschädigt und ist als Futterquelle quantitativ und qualitativ eingeschränkt.

Vor allem militärische und geologische Aktivitäten bedienen sich starker Sonare und erzeugen zusammen mit Sprengungen und Schiffsverkehr in zunehmendem Maße Lärm in den Ozeanen. Meeressäuger, die Biosonare zur Orientierung und Kommunikation verwenden, werden dadurch behindert. Es konnten auch bereits tödliche Schäden an Organen der Meeressäuger durch Lärm festgestellt werden. Meeresbiologen vermuten, dass die Verlärmung der Ozeane eine Ursache für das Stranden von orientierungslos gewordenen Walen und Delphinen ist.


LakkyLady ( Gast )
Beiträge:

20.03.2005 17:12
#3 RE:Wale antworten

Buckelwal

Nahaufnahme eines jungen Buckelwals

Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Bartenwale (Mysticeti)
Familie: Furchenwale (Balaenopteridae)
Gattung: Megaptera
Art: Buckelwal (M. novaeangliae)

Merkmale

Mit einer durchschnittlichen Länge von 13 m sind Buckelwale relativ kleine Bartenwale. Allerhöchstens erreichen sie 15 m Länge. Das Gewicht liegt bei 30 Tonnen. Die Brustflossen sind weit größer als bei allen anderen Walen, sie erreichen fast ein Drittel der Körperlänge. Auch die Schwanzflosse ist gewaltig, während die Rückenflosse winzig ist. Die Färbung ist oberseits schwarz und unterseits weißlich; weiße Flecken kommen durch den Befall mit Seepocken zustande. Der Buckelwal hat 14 bis 20 Kehlfurchen sowie knotige Hautverdickungen an Kopf und Flossen, auf denen ein bis zwei Borsten stehen.

All diese Merkmale lassen den Buckelwal so abweichend erscheinen, dass er von den anderen Furchenwalen abgetrennt und in eine eigene Gattung gestellt wird.

Verbreitung

Der Buckelwal lebt in allen Ozeanen. Die Sommerquartiere liegen dabei in polaren Meeren, die Winterquartiere in tropischen und subtropischen Gewässern. Während ihrer Wanderungen halten sich Buckelwale oft in Küstennähe auf und dringen in Buchten und sogar Flussmündungen ein.

Verhalten

Buckelwale sind schnelle Schwimmer, die sich durch akrobatische Sprünge auszeichnen, bei denen sie sich mit dem gesamten Körper aus dem Wasser erheben. Die Nahrung besteht vor allem aus Krill, und zu einem kleinen Teil auch aus Fischen. Gefressen wird nur in den Sommerquartieren. Im Winter zehren Buckelwale von ihren Fettreserven.
Zwar geben alle Bartenwale Töne von sich, bei den Buckelwalen aber gibt es die größte Vielfalt von Stimmäußerungen. Der Gesang der Buckelwale gehört zu den facettenreichsten Tierlauten überhaupt. Man hat festgestellt, dass es bei den Gesängen verschiedene Dialekte gibt; so haben die nordatlantischen Buckelwale einen Gesang, der sich deutlich von dem der nordpazifischen unterscheidet. Gesungen wird nur in den Winterquartieren, während die Lautäußerungen im Sommer unterbleiben.

Buckelwale leben allein oder in kleinen Gruppen von zwei bis neun Tieren. Kühe mit Neugeborenen werden oft von einem Bullen begleitet, der sie gegen zudringliche andere Wale verteidigt. Die Tragzeit der Weibchen beträgt etwa zwölf Monate. Junge sind bei der Geburt etwa 4 m groß. Ein Buckelwal wird im Alter von fünf Jahren geschlechtsreif und kann 75 Jahre alt werden.

Walfang und Schutz
Ursprünglich gab es etwa 125.000 Buckelwale. Weil er sich der Küste nähert und nicht sonderlich groß ist, ist der Buckelwal leichter zu jagen als andere Großwale. Er wurde daher schon im Altertum gejagt, in großem Stil aber seit dem 17. Jahrhundert. Während des 20. Jahrhunderts wurden die Bestände so massiv geplündert, dass man das Aussterben der Art befürchtete. 1966 wurde daher von der Internationalen Walfangkommission ein totales Fangverbot ausgesprochen. Heute gibt es weltweit noch etwa 10.000 Buckelwale.



LakkyLady ( Gast )
Beiträge:

20.03.2005 17:19
#4 RE:Wale antworten

Grönlandwal

Der Grönlandwal (Balaena mysticetus) ist eine bis 18 m lange Art der Glattwale in arktischen Meeren.

Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Bartenwale (Mysticeti)
Familie: Glattwale (Balaenidae)
Gattung: Balaena
Art: Grönlandwal (B. mysticetus)

Merkmale

Normalerweise misst ein Grönlandwal 15-18 m; das größte je gesehene Exemplar war 19,8 m lang war. Damit ist dies einer der größten Wale überhaupt. Das Gewicht eines solchen Riesen liegt bei 100 Tonnen. Wie für die Glattwale typisch, hat der Grönlandwal keine Rückenflosse, einen überproportionierten Kopf und eine charakteristisch nach oben gebogene Unterlippe. Er ist schwarz gefärbt, das Vorderkinn ist cremeweiß. Außerdem sind manche Individuen unterseits hell gefleckt.

Im Oberkiefer trägt der Grönlandwal beiderseits mehr als 300 Barten, die bis 4 m lang werden und damit die längsten Barten aller Wale sind. Zwei Blaslöcher erzeugen einen V-förmigen Blas.

Verbreitung

Wie der Name bereits sagt, ist der Grönlandwal ein Bewohner des Nordpolarmeers. Er lebt dort, wo Treibeis auf der Oberfläche schwimmt und folgt den Eisströmen. Über 90 % des Gesamtbestands leben im Pazifik und nur 10 % im Atlantik, was das Ergebnis der einstigen Bejagung sein dürfte.

Lebensweise

Ein Grönlandwal bleibt für gewöhnlich zwei Minuten an der Oberfläche und taucht anschließend fünf bis zehn Minuten. Er kann angeblich bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben. Wie alle Bartenwale filtert der Grönlandwal Plankton, vor allem Ruderfußkrebse und Flohkrebse. Jeden Tag schluckt dieser Wal schätzungsweise 1800 kg Nahrungsmasse.
Während der Wanderungen im Frühling und Herbst tun sich die Grönlandwale zu Gruppen von bis zu 14 Tieren zusammen, die in einer V-förmigen Formation schwimmen. Vor der Zeit des exzessiven Walfangs sollen diese Verbände aus bis zu hundert Einzeltieren bestanden haben.

Die Tragzeit beträgt 13 Monate. Danach wird ein etwa 4 m langes Kalb geboren, das ein Jahr gesäugt wird. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt vierzig Jahre. Anhand alter Harpunenspitzen im Körper erlegter Wale konnte man aber feststellen, dass Grönlandwale weit älter als 100 Jahre werden können. Mittels molekularbiologischer Untersuchungen wurde das Alter eines Tieres sogar auf 211 Jahre bestimmt.

Schutz

Der Grönlandwal war früher so überaus häufig, dass er von den britischen Walfängern als Common Whale („Gewöhnlicher Wal“) bezeichnet wurde. Wegen der dicken Fettschicht und der langen Barten galt er als kommerziell sehr wertvoll. Schon im frühen 18. Jahrhundert war der Grönlandwal in der Umgebung Spitzbergens beinahe ausgerottet. Der Fang verlagerte sich in die Gewässer zwischen Grönland und Kanada, wo die Bestände während des 18. und 19. Jahrhunderts geplündert wurden. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die USA, den Walfang auch im Beringmeer voranzutreiben, womit die Jagd auf die pazifischen Grönlandwale ebenfalls eröffnet war.

Durch Schutzmaßnahmen nehmen die noch geringen Bestände wieder zu. Weltweit gibt es nun schätzungsweise zwischen 5.000 und 8.000 Grönlandwale, die jedoch fast alle im Nordpazifik leben. Im Nordatlantik galt die Art Anfang des 20. Jahrhunderts als völlig ausgestorben, doch auch hier scheint eine kleine Population überlebt zu haben, die sich wieder zu vermehren beginnt. Die ursprüngliche Bestandsgröße lässt sich schwer einschätzen, lag aber wahrscheinlich bei 50.000 Grönlandwalen.


LakkyLady ( Gast )
Beiträge:

21.03.2005 20:41
#5 RE:Wale antworten

Atlantischer Nordkaper

Der Atlantische Nordkaper (Eubalaena glacialis) ist eine bis 18 m große Art der Glattwale, die im nördlichen Atlantik verbreitet ist.

Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Bartenwale (Mysticeti)
Familie: Glattwale (Balaenidae)
Gattung: Eubalaena
Art: Atlantischer Nordkaper (E. glacialis)

Atlantische Nordkaper sind normalerweise 13-16 m groß; die wissenschaftlich gesicherte Höchstlänge liegt bei 18 m, angeblich sollen auch 21 m erreicht werden können. Das Gewicht eines solchen Kolosses liegt bei 100 Tonnen. Wie bei allen Glattwalen fehlt eine Rückenflosse. Die Farbe ist einheitlich schwarz. Auffällig ist ein extremer Parasitenbefall durch Seepocken, Walläusen und andere Krebstiere, die von weitem wie ausgedehnte weiße Flecken aussehen. Besonders dicht ist dieser Bewuchs auf der Stirn, wo die Parasiten eine regelrechte weiße "Mütze" bilden.

Es gibt auf jeder Seite des Mauls 300 Barten. Zwei Blaslöcher ergeben einen V-förmigen Blas. Der Tran macht 40 % des Körpergewichts aus; kein anderer Wal hat einen so hohen Trananteil.

Atlantische Nordkaper leben im Sommer in subpolaren Regionen und im Winter in gemäßigten Breiten. Im östlichen Teil des Atlantik ist der Nordkaper vollständig ausgerottet. Vorher fand man diesen Wal im Sommer in der Nähe von Island und im Winter im Golf von Biscaya. Die westatlantischen Populationen halten sich im Sommer vor der Küste Neuenglands und im Winter im Golf von Mexiko und östlich von Florida auf.

Atlantische Nordkaper sind sehr langsam schwimmende Wale, die sich mit etwa 8 km/h fortbewegen. Wie alle Bartenwale siebt er die Nahrung mit seinen Barten; hauptsächlich bleiben Ruderfußkrebse darin hängen, aber auch kleine Fische. Nordkaper haben sich früher zu den Wanderungen zu großen Verbänden von hundert Einzeltieren und mehr versammelt; wegen der extremen Seltenheit dieser Art ist das heute nicht mehr möglich.



LakkyLady ( Gast )
Beiträge:

21.03.2005 20:53
#6 RE:Wale antworten

Grauwal

Klasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Bartenwale (Mysticeti)
Familie: Eschrichtiidae
Gattung: Eschrichtius
Art: Grauwal (E. robustus)

Der Grauwal (Eschrichtius robustus) ist ein Bartenwal arktischer bis warm-gemäßigter Gewässer. Wegen vieler einzigartiger Merkmale vertritt er eine eigene Familie, die zwischen Glattwalen und Furchenwalen zu vermitteln scheint.

Ein ausgewachsener Grauwal erreicht eine Länge von 13-14 m und ein Gewicht von 30 Tonnen. Seine Farbe ist schiefergrau. Von weitem sind weiße Flecken zu erkennen, bei denen es sich aber meistens um Kolonien parasitischer Krebstiere wie Seepocken und Walläuse handelt, die massenhaft die Haut des Grauwals besiedeln. Eine Rückenfinne fehlt, aber es gibt entlang des Rückens mehrere buckelartige Hervorwölbungen. 150 Barten befinden sich auf jeder Seite des Mauls, jeweils etwa 40 cm lang.

Grauwale leben dauerhaft näher an den Küsten als jede andere Walart. Sie sind wandernde Wale, die den Sommer in polaren Gewässern verbringen und im Winter südwärts ziehen. So verbringen die Populationen des Beringmeers den Winter vor den Küsten von Kalifornien und Baja California einerseits und Korea und Japan andererseits. Die atlantischen Grauwale sind ausgestorben. Sie haben einst zwischen Spitzbergen, Grönland und Kanada den Sommer verbracht; im Winter sind sie vermutlich an die Küsten der US-Südstaaten, Portugals und Nordafrikas gezogen.

Als langsame Schwimmer erreichen Grauwale Geschwindigkeiten von 8 km/h. Sie tauchen für vier bis fünf Minuten, bevor sie wieder auftauchen. Während sie sich an der Oberfläche aufhalten, vollführen sie oft Sprünge, bei denen sie mit Kopf und Oberkörper aus dem Wasser stoßen und sich dann wieder zurückfallen lassen. Nahrung sind kleine Organismen, die in den Barten hängen bleiben. Dies sind meistens Flohkrebse, aber auch Ruderfußkrebse und kleine Fische. Das Filtern von Bodenbewohnern aus dem Schlamm vom Meeresboden ist eine einzigartige Ernährungsweise unter den Bartenwalen. Als Anpassung daran sind die Barten des Grauwals kurz und robust.

Während ihrer Wanderungen können sich Grauwale zu Gruppen von zwei oder drei Individuen zusammenfinden, insgesamt sind sie jedoch einzelgängerische Tiere. Geburten erfolgen im Winterquartier in geschützten Lagunen. Die Kälber sind bei der Geburt etwa 5 m lang. Sie werden während der folgenden Wanderung und des Aufenthalts im Sommerrevier gesäugt und sind vor der Rückwanderung nach Süden entwöhnt.


LakkyLady ( Gast )
Beiträge:

21.04.2005 12:18
#7 RE:Wale antworten


LakkyLady ( Gast )
Beiträge:

21.04.2005 12:18
#8 RE:Wale antworten


minka11 Offline

Admin


Beiträge: 18.035

12.05.2005 20:00
#9 RE:Wale antworten

wow toll





an alle,
schön euch hier zu sehen!!!
wuensche euch hier viel spass!!!

minka11

Gast
Beiträge:

01.04.2013 12:54
#10 RE: RE:Wale antworten


Affen »»
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